Deckungsbeitragsrechnung mehrstufig

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Prüfsiegel gültig bis 2020

IGC-DEFINITION (gekürzt)

Deckungsbeitragsrechnung (ein- und mehrstufig) / Contribution accounting (Direct Costing and multi-step)
Die Deckungsbeitragsrechnung ist das Instrument zur Planung und Steuerung des Unternehmens zum Gewinnziel hin mit der Doppelaufgabe:

Deckungsbeitragsrechnung ist die Verknüpfung von marktorientierter Denkweise mit betrieblichen Mengen und Werten; sie führt zum Denken vom Kunden her. Die Aussageform der gut ausgebauten Deckungsbeitragsrechnung macht Marktplanung sowie technische und organisatorische Strukturen daraufhin transparent, ob sie insgesamt zum Ergebnisziel führen.


Stufenweise Deckungsbeitragsrechnung
Da sich die Strukturkosten nicht in direkter Abhängigkeit von der Anzahl verkaufter oder produzierter Einheiten verändern, und man deshalb die echten vollen Kosten einer Produkteinheit nie ermitteln kann, wurde die stufenweise Deckungsbeitragsrechnung zur Verbesserung der Steuerungsmöglichkeiten entwickelt. Sie überwindet die Schwächen und Fehlaussagen der alten Vollkostenrechnung! Vollkostenrechnung sollte deshalb einzig auf die Kalkulation beschränkt werden.


Deckungsbeitragsstufen ergeben sich, wenn vom DB I Strukturkostenblöcke (siehe Strukturkosten_Struko) abgezogen werden, die dem jeweiligen Betrachtungsobjekt eindeutig und ohne Schlüsselung zuordenbar sind (vgl. Einzelkosten_und_Gemeinkosten). So kann man zwar nach wie vor nicht erkennen, wie viel ein bestimmtes Stück an Gewinn gebracht hat, doch läßt sich der Beitrag, den ein Artikel, ein Produkt, eine Produktgruppe oder ein Sortiment zur Deckung der Strukturkosten leistet, als plan-, kontrollier- und verantwortbare Volumengröße bestimmen.


Verkaufserfolgsrechnung
Sehr aussagekräftige Deckungsbeitragsstufen entstehen, wenn die gesamte Rechnung in Form der Verkaufserfolgsrechnung (VER) gestaltet wird. Diese ist die vermutlich häufigste Variante in der Praxis. Sie verfolgt das Ziel, den Erfolg und das Maß der Zielerreichung einer oder mehrerer Verkaufsorganisationen nach einzelnen Erfolgsquellen aufzuzeigen. Dazu müssen alle Veränderungen isoliert werden, die nicht auf vom Verkauf beeinflußbaren oder beobachtbaren Faktoren beruhen. Sie folgt also den Regeln der Entscheidungsrechnung und des Responsibility_accounting. Dafür werden in der VER die Produktkosten immer standardisiert, d.h. wie geplant - bei Auftragsfertigung wie bei der Auftragsannahme vorkalkuliert - von den Nettoerlösen abgezogen und die Strukturkosten der anderen Funktionsbereiche im Plan und im Ist immer als Planwerte aufgeführt. Abweichungen zwischen Soll und Ist, die nicht dem Verkauf zugeordnet werden können, schlagen somit auch nicht in die VER durch, sondern werden im Abweichungsresümee ausgewiesen.

Verkaufserfolgsrechnung.png


Die Anzahl der zu bildenden Deckungsbeitragsstufen ergibt sich durch die Organisationsstruktur des Unternehmens, deren Verantwortlichkeitsbereiche sich ja in der Struktur der DB-Stufen wieder finden sollen. Da immer öfter auch mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnungen erstellt werden müssen und sich die Deckungsbeitragsstruktur je nach Unternehmen unterscheidet, empfiehlt es sich, die Deckungsbeitragsstufen nicht zu nummerieren, sondern sie mit sprechenden Namen zu versehen. Vgl. dazu auch Deckungsbeitragsrechnung_mehrdimensional.

aus: IGC-Controller-Wörterbuch, International Group of Controlling (Hrsg.)



Quelle

IGC-Controller-Wörterbuch, International Group of Controlling (Hrsg.), 4. Auflage, Schäffer-Poeschel, Stuttgart, 2010


Weiterführende Literatur

Deyhle, A.; Eiselmayer, K. und Kleinhietpaß, G.: "Controller Praxis", 18. Auflage, 2016