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Deyhle, Dr. Dr. h.c. Albrecht

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Zigtausende von Seminarteilnehmern haben Dr. Albrecht Deyhle im Laufe der Jahrzehnte als Trainer, Coach, Lehrer kennen gelernt und erlebt. Der Auftritt als Referent ist wahrscheinlich der prägende Eindruck, den die meisten Menschen mit Deyhle verbinden.

Geboren am 12. Mai 1934 in Tübingen, besuchte Deyhle die Wirtschaftsoberschule in Stuttgart, studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (Dipl.-Kfm.) und promovierte 1961 an der Eberhard Karls Universität Tübingen zum Dr. rer. pol. (Unternehmer, Zins und Sparen in Joseph Schumpeters Theorie des Verlaufs und Verfalls der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung).

Schon in den Anfängen von Deyhles beruflicher Tätigkeit stand das Thema Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt. Seit 1959 als Assistent am Deutschen Institut für Betriebswirtschaft (DIB) in Frankfurt / Main organisierte er Seminare und betreute deren Durchführung. „Ich habe für die Teilnehmer Kaffee gekocht“ ist die bescheiden klingende Quintessenz verschiedener Anekdoten aus dieser Zeit. Allerdings ist dieses „Kaffee kochen“ viel viel mehr. Es ist ein Sinnbild für die intensive Betreuung des Seminarteilnehmers als Kunden. Ein Seminar besteht nicht nur aus den fachlichen Inhalten, sondern genauso aus dem „Drumherum“. Diese Botschaft hat Deyhle allen neuen Kolleginnen und Kollegen der Controller Akademie mit auf den Weg gegeben und selber immer wieder auf’s Neue intensiv vorgelebt. Und so heißt es auch Leitbild der Controller Akademie: „Wir kümmern uns rund um den Kunden“. Fachkompetenz und Veranstaltungskompetenz sind für Deyhle zwei Seiten derselben Medaille.

1962/63 arbeitete Deyhle für das Beratungs-Unternehmen Plaut als Consultant, befasst mit Kostenplanung und Einführung der Grenzplankostenrechnung.

Nach seiner Zeit bei Plaut kehrte Deyhle als Mitglied der Geschäftsführung zum DIB zurück. Daneben vertiefte er seine fachliche Tätigkeit auf dem Gebiet der Deckungsbeitragsrechnung in beratender Funktion und als Autor. Parallel dazu übernahm er die Geschäftsführung des Instituts für Interne Revision e.V. 1968 war er als Chefredakteur des Verlags Moderne Industrie tätig, ab 1969 begann er seine selbständige Tätigkeit.

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Deyhle hat die seltene Doppelbegabung, nicht nur gut reden, sondern auch gut schreiben zu können. So nahm die publizistische Tätigkeit bei ihm immer einen breiten Raum ein. Bereits 1967 erschien sein Buch „Gewinn-Management“, in dem schon viele Controlling-Gedanken vorweggenommen sind. 1971 erschien dann erstmals sein Best- und Longseller „Controller-Praxis“, ein zweibändiges Standard-Werk. 1975 startete er das „Controller Magazin“. Mit einer Auflage von 10.000 ist das „Controller Magazin“ die mit Abstand auflagenstärkste Controlling-Fachzeitschrift im deutschsprachigen Raum. Das Schreiben war Deyhle immer wichtig, nicht nur, weil er etwas zu schreiben hat und es ihm offensichtlich auch leicht von der Hand geht, sondern auch getreu dem Motto: „Wer schreibt, der bleibt“. Diesen Satz hat er uns Kollegen immer wieder an die Hand gegeben gemäß seiner Überzeugung, durch Schreiben eine große und dauerhafte Breitenwirkung erzielen zu können.

Auch wenn bereits im November 1971 das erste Seminar der Controller Akademie stattfand, so gibt es die Controller Akademie als Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH aber erst seit Herbst 1972. Zusammen mit einigen der ersten Kunden erfolgte die Unternehmensgründung. So zählten zu den Gründungsgesellschaftern Dr. Victor Bataillard aus der Schweiz (im Jahr 2003 verstorben) und Dr. Walter Germeroth aus Lörrach, beide echte „Respektspersönlichkeiten“, die die Entwicklung der Controller Akademie nachhaltig geprägt haben. Im Jahr 2000 wurde die GmbH in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, deren Aufsichtsratsvorsitzender Deyhle seit dieser Zeit ist. Heute ist die Controller Akademie AG ein mittelständisches Unternehmen mit rund 30 Mitarbeitern, fokussiert auf das Thema Controlling-Training und -Coaching.

Weitere Strukturen schaffte Deyhle mit der Gründung des Controller Verein eV. Von ihm initiiert, konnte er Anfang 1975 mit 6 anderen Gründungsmitgliedern die Eintragung in das Vereinsregister auf den Weg bringen. Unter ihnen waren der bereits oben genannte Dr. Germeroth, sowie Dr. Erwin Küchle, lange Jahre als Trainer für die Controller Akademie tätig, und natürlich Dr. Alfred Blazek, über Jahrzehnte hinweg Trainer und Partner der Controller Akademie. Anlass zur Vereinsgründung war der Wunsch der ersten Absolventen des 5-Stufen-Programms der Controller Akademie, nach Beendigung der Seminare ein Forum für organisierten Erfahrungsaustausch untereinander zu haben. So entstanden die Arbeitskreise des Controller Vereins, die auch heute noch Herzstück der Vereinsarbeit sind. In den siebziger Jahren waren viele Controller noch exotisch anmutende „Einzelstücke“, daher war der Wunsch zum fachlichen Erfahrungsaustausch unter Gleichgesinnten besonders nahe liegend. Die Idee hat aber an Aktualität überhaupt nicht eingebüßt, wie gerade die Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren zeigt. 1990 konnte das 1000. Mitglied des Vereins begrüßt werden, mittlerweile hat der Controller Verein über 6000 Mitglieder, der sich im Übrigen im Jahr 2000 in „Internationaler Controller Verein eV“ umbenannt hat. Deyhle hat den Verein von Anfang an über viele Jahre als Geschäftsführer und Vorsitzender entwickelt und begleitet ihn als Ehrenvorsitzender und stv. Vorsitzender des Kuratoriums noch immer mit wachem Auge.

Mitte der 90er Jahre entstand auf Betreiben des Controller Vereins dann noch die IGC – International Group of Controlling, ein Zusammenschluss wichtiger Controlling Aus- und Weiterbildungsinstitute, Softwarefirmen und anderer an der Controlling-Entwicklung interessierter Institutionen. Auch dabei hat Deyhle tatkräftig bei der Gründung und später als Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses mitgeholfen. Besonderes Anliegen war und ist ihm ein gemeinsames Verständnis, eine gemeinsame Sprache; daher fand das als eines der ersten IGC-Projekte herausgegebene „Controller Wörterbuch“ seine besondere Unterstützung.

Für seine großen Verdienste um das Controlling in Deutschland erhielt Dr. Albrecht Deyhle am 14. November 2008 die Ehrendoktorwürde der WHU - Otto Beisheim School of Management. Deyhle sei es zu verdanken, „dass die Controller im deutschsprachigen Raum bekannt und hoffähig geworden sind", erklärte Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Weber, Professor für Controlling und Unternehmenssteuerung an der WHU, in seiner Laudatio. „Sie haben eine neue betriebswirtschaftliche Disziplin geprägt und wesentlich zu ihrer Durchsetzung in den Unternehmen beigetragen", hob Weber hervor. Ein derartiger Einfluss auf die Praxis sei fast ohne Beispiel.

Ersteinstellender Autor

Conrad Günther

Mail: c.guenther@controllerakademie.de

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